Aktuelle Stunde: Wo bleibt Bayerns Strategie gegen den Lehrer- und Erziehermangel?

Dauerbaustellen im Bildungs- und Betreuungsbereich: Bayern fehlen tausende Lehrer und Erzieher. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband BLLV beklagte eine Lücke zu Beginn des Schuljahres von 4.000 Lehrkräften. Im Kita-Bereich kann der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz nur schwer erfüllt werden, weil die Fachkräfte zu den Plätzen fehlen. Auf Vorschlag der FDP-Landtagsfraktion war daher diese Woche Thema der Aktuellen Stunde: „Pädagogen und politische Führung dringend gesucht: Wo bleibt Bayerns Strategie gegen den Lehrer- und Erziehermangel?“

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In den ersten Schulwochen mussten bereits mehrere Klassen aufgrund von erkrankten Lehrkräften komplett nach Hause geschickt werden. Das Kultusministerium lobt sich stattdessen selbst, es gäbe in diesem Schuljahr so viele Lehrkräfte wie noch nie an Bayerns Schulen. Matthias Fischbach, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion will das nicht stehen lassen: „Gute Pädagogen fehlen an allen Ecken und Enden. Ebenso fehlt der Staatsregierung immer noch eine überzeugende Strategie im Umgang mit diesem seit Jahren absehbaren Problem. Der Kultusminister hat anfangs sogar den Lehrkräftemangel als eine Erfindung der Opposition abgetan. Auf die mittlerweile unübersehbaren Missstände wird aber weiter nur mit kurzfristigen Notmaßnahmen eher schlecht als recht reagiert. Sie sind meist undurchdacht und werden unprofessionell kommuniziert. Wir können bei dieser Flickschusterei ohne jedes Konzept nicht länger zusehen, denn die Zukunftschancen unserer Kinder stehen auf dem Spiel!“

Auch der Kita-Bereich ächzt unter dem Fachkräftemangel. Bis 2030 werden im worst case bis zu 67.000 Erzieher im Freistaat fehlen. Dazu Julika Sandt, Sprecherin für frühkindliche Bildung: „Der Fachkräftemangel ist hausgemacht. Während seit Jahren von allen Seiten gewarnt wurde, hat sich die Staatsregierung lieber um regelmäßige Personalwechsel im Ministerium gesorgt. Das Missmanagement müssen jetzt die Kinder und die Eltern ausbaden. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt. Wir brauchen klare Rahmenbedingungen für die Ausbildung, schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse und bessere Möglichkeiten für den Quereinstieg. Zuallererst muss die konservative Staatsregierung umdenken: Kitas sind keine Aufbewahrungs-, sondern Bildungseinrichtungen!“ (kk)