Arbeitszeitgesetz neu denken – Echte Flexibilität statt starrer Regeln

Arbeitszeitgesetz neu denken – Echte Flexibilität statt starrer Regeln
22.10.2019

Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen am Arbeitsmarkt wie zeitliche und räumliche Flexibilität. Das Problem ist nur: Das Arbeitszeitgesetz ist im letzten Jahrhundert stecken geblieben. Selbstbestimmtes Arbeiten wird ausgebremst, ebenso wie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Engagement in Familie oder Ehrenamt. Die FDP-Fraktion hat daher einen Antrag eingebracht, der das Arbeitszeitgesetz endlich ins 21. Jahrhundert befördern soll.

Schon lange bestimmen moderne Technologien unsere Arbeitswelt. Home-Office und dezentralisiertes Arbeiten im Team sind international längst Standard. Trotz aller Bemühungen der FDP befindet sich dagegen das deutsche Arbeitszeitgesetz noch immer auf dem Stand von 1994. Das bremst die Flexibilisierung am Arbeitsmarkt.

An einem Tag mal länger arbeiten, dafür am nächsten Tag früher nach Hause gehen; mit den Kindern einen gemeinsamen Nachmittag verbringen und dafür erst am Abend die Geschäfts-E-Mails beantworten – Szenen mitten aus dem modernen Leben, die allerdings oft nicht umsetzbar sind, weil sie schnell zum Verstoß gegen geltendes Recht werden können.

Dazu Julika Sandt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion: "Statt den Arbeitnehmern größtmögliche Freiheit zu bieten, verdonnert unser starres Arbeitszeitgesetz die Menschen zu nine-to-five-Arbeitstagen. Wir müssen das Arbeitsrecht neu denken und es endlich in die Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts befördern. Daher fordern wir die Umstellung von der Tageshöchstarbeitszeit auf eine Wochenhöchstarbeitszeit. So wollen wir allen Menschen ermöglichen, ihre Arbeitszeit selbstbestimmter einzuteilen. Niemand soll mehr Stunden arbeiten oder weniger Pausen machen müssen als bisher, aber die Einteilung soll freier sein."

Kernforderungen:
•    Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit und damit Anlehnung an die EU-Arbeitszeitrichtlinie.
•    Möglichkeiten zur Verkürzung der täglichen Ruhezeit mit einem entsprechenden Ausgleich an darauffolgenden Tagen.
•    Feste Definition, ob eine Beantwortung einer E-Mail am Abend auch die Ruhezeit unterbricht. Derzeit ist das Gesetz unbestimmt und wird von Gerichten ausgelegt.

Den Antrag finden Sie hier: Mehr Freiräume durch flexible Wochenarbeitszeiten