FDP-Landtagsfraktion mahnt bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie an

Die Missstände in der bayerischen Fleischindustrie sind schon länger bekannt. In der Schlachtung und Fleischverarbeitung arbeiten viele osteuropäische Werkvertragsarbeitnehmer in Subunternehmen – und deren Arbeits- und Wohnbedingungen sind zum Teil Besorgnis erregend. Auch mit Blick der Häufung von Corona-Infektionen in der Branche fordert die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag Konsequenzen.

Blick auf den Bayerischen Landtag

Blick auf den Bayerischen Landtag

"Die Kontrollen der Schlachthöfe sind nach wie vor völlig unzureichend", so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin Julika Sandt. Da es im Freistaat bereits Infektionsherde in Landwirtschafts- und Schlachtbetrieben gegeben habe, dürfe "die bayerische Staatsregierung diesem Elend nicht länger tatenlos zuzusehen".

Neben regelmäßigen und effizienten Kontrollen vor Ort müssten die großen Schlachtbetriebe mehr Verantwortung für die Arbeits- und Unterbringungsbedingungen aller ihrer Mitarbeiter übernehmen, betonte Sandt: "Es ist beschämend, wie in großen Schlachtbetrieben Menschen, die unsere Lebensmittel herstellen, behandelt werden."

Der Dringlichkeitsantrag der FDP-Fraktion findet indes nicht nur in Bayern Gehör, sondern auch in Rumänien. Hierzu steht Sandt seit längerem mit dem für die im Ausland arbeitenden Rumänen zuständigen Senator im Bukarester Parlament Radu Mihail im Austausch. Seinen Worten zufolge schließt sich die FDP-Initiative nahtlos an die von der liberalen USR-Fraktion geforderten Maßnahmen und der Entschließung des Europäischen Parlaments zum Schutz von Saisonarbeitern an.