FISCHBACH fordert zügige Auswertung der "COVID Kids Bavaria"-Studie

Die Corona-Pandemie zehrt an den Nerven. Aufgrund der weiterhin geschlossenen Kitas und Schulen in Bayern sind vor allem Familien am Limit. Für sie bedeutet der verlängerte Lockdown bis Mitte Februar: Zwei Monate ohne direkte soziale Kontakte und Freunde, zwei Monate Lernen im stillen Kämmerlein, zwei Monate Ausnahmezustand. Wie kommen wir aus der Lockdown-Schleife? Darüber diskutierte Matthias Fischbach in der "Münchner Runde" im Bayerischen Fernsehen.

Matthias Fischbach

Matthias Fischbach

"Wir wissen immer noch viel zu wenig über das Infektionsgeschehen an den bayerischen Schulen", sagte der bildungspolitische Fraktionssprecher in der BR-Live-Sendung. Hier sei die bayerische Staatsregierung in der Pflicht. Fischbach forderte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in der Sendung auf, eine erste Zwischenauswertung der "COVID Kids Bavaria"-Studie herauszugeben. "Wir brauchen hier endlich Fakten und dürfen nicht länger im Nebel stochern. Wenn es um die Schließung von Schulen und Kitas geht, müssen wissenschaftliche Erkenntnisse die Basis für das Handeln sein", sagte Fischbach.

Einer europaweiten Analyse der Europäische Gesundheitsbehörde zufolge würden Kitas und Schulen beim Infektionsgeschehen eine eher untergeordnete Rolle spielen. Kinder seien nur Teil der Pandemie, aber keine Treiber. "Daher interessieren uns brennend die bayerischen Zahlen", erklärte Fischbach. Ganz wichtig sei hierbei eine Auswertung des Infektionsgeschehens, um die Hygienekonzepte für die Schulen entsprechend nachbessern zu können.

"Digitale Bildung? Da passiert einfach viel zu wenig"

Fischbach warf der Regierung Söder vor, zu wenig in digitale Bildung zu investieren. Der Bayerische Landtag habe der Staatsregierung im vergangenen Jahr 20 Milliarden Euro Corona-Hilfen "quasi als Blankoscheck gegeben". Davon sei viel zu wenig in die Bildung geflossen. Von den zwei Milliarden Euro, die Ministerpräsident Markus Söder zu Beginn der Sommerferien für digitale Bildung versprochen habe, sei letzendes "noch nicht wirklich" etwas angekommen. "Im kommenden Haushalt 2021 werden nur 68 Millionen Euro für digitale Bildung bereitgestellt. Das ist aus meiner Sicht absolut enttäuschend. Da passiert einfach viel zu wenig", kritisierte Fischbach.

Die Folgen der seit Jahren verfehlten Bildungspolitik würden jetzt in der Pandemie deutlich zum Vorschein kommen. "Wenn ich höre, dass an manchen Grundschulen noch Arbeitstüten mit Arbeitsblättern für die gesamte Woche ausgeteilt werden, zeigt das leider eindeutig, dass wir von einem qualitativ hochwertigen Distanzunterricht noch weit entfernt sind."

Die Sendung können Sie hier in der BR-Mediathek noch einmal sehen.