Hagen in "Münchner Runde": Keine Grundlage für allgemeine Impfpflicht

Was bedeutet Omikron für Politik und Gesellschaft? Darüber diskutierte FDP-Fraktionschef Martin Hagen in der "Münchner Runde" im Bayerischen Fernsehen unter anderem mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. In der Live-Sendung sprach sich Hagen gegen eine allgemeine, altersunabhängige Impfpflicht ab.

FDP-Fraktionschef Martin Hagen

"Eine allgemeine Impfpflicht ist nicht begründbar", sagte Martin Hagen am Mittwochabend in der "Münchner Runde". Am Verlauf der besonders ansteckenden Omikron-Variante sei deutlich zu sehen, dass auch die Impfung die Ausbreitung des Virus nicht verhindern, sondern lediglich die Geimpften selbst vor schweren Verläufen schützen könne. "Die Impfpflicht ist ein Eingriff in das Recht am eigenen Körper, der sehr gut begründet sein müsste", so Hagen.

Mit dem Argument, die Krankenhäusern vor einer Überlastung zu schützen, könne man allenfalls über eine altersabhängige Impfpflicht diskutieren – etwa ab 60 wie in Griechenland oder ab 50 wie in Italien. Denn die Jüngeren, so Hagen, spielen auf den Intensivstationen kaum eine Rolle. Allerdings sei fraglich, ob mit Omikron und angesichts der bereits hohen Impfquote überhaupt eine Überlastung des Gesundheitssystems drohe. Der FDP-Politiker warnte deshalb vor Schnellschüssen.

In der Sendung begrüßte Hagen zudem den Entschluss der Staatsregierung, in der Gastronomie auf die 2G-Plus-Regelung zu verzichten. Viele Wirte seien schon existenzgefährdet. Mit weiteren Zugangsbeschränkungen würde es für viele Wirtshäuser noch schwieriger werden. Für die härteren Corona-Regeln für die Kulturbranche hatte Hagen dagegen kein Verständnis. Da man in der Oper oder im Theater am Platz eine Maske tragen müsse, sei das Infektionsrisiko doch geringer als im Restaurant. Daher müsse die Staatsregierung hier die Regeln so schnell wie möglich an die der Gastronomie anpassen.

Hier finden Sie die Sendung in der BR-Mediathek.