Heubisch: Rettet die Kultur – und hebt die starren Besucherregelungen sofort auf

Wöchentlich verkündete die bayerische Staatsregierung auf Pressekonferenzen künftig geltende Corona-Lockerungen – und ein ums andere Mal wurde die bayerische Kunst- und Kulturszene vertröstet. Sehr zum Verdruss und Ärger des kulturpolitischen Sprechers der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag Dr. Wolfgang Heubisch.

Dr. Wolfgang Heubisch

Dr. Wolfgang Heubisch

Mehrfach forderte der ehemalige Minister für Wissenschaft und Kunst daher die Staatsregierung auf, "nicht nur von der Rettung der bayerischen Kultur zu sprechen, sondern auch endlich zu handeln". Doch ungeachtet eines breiten Medienechos blieben Kunst und Kultur weiter außen vor. Die Münchner "Abendzeitung" brachte das Dilemma auf den Punkt: Ministerpräsident Markus Söder interessiere Kultur eben nur mäßig, seinen Vize Hubert "Aiwanger gleich gar nicht".

Zwar gelten seit Mitte Juni im Kunst- und Kulturbereich neue Besucherregelungen, nach denen in Innenräumen Veranstaltungen mit bis zu 100 Gästen mit zugewiesenen Sitzplätzen stattfinden dürfen (in den Außenbereichen verdoppelt sich die Teilnehmerzahl). Doch in Heubischs Augen gehen diese Regeln "leider völlig an der Realität vorbei. Söder und sein Kumpel Aiwanger vergleichen hier halbe Brathendl mit ganzen Enten. Die Bayerische Staatsoper fasst doch zum Beispiel wesentlich mehr Zuschauer als kleinere Veranstalter wie die Münchner Lach- und Schießgesellschaft."  

Heubischs Forderung: Die Besucheranzahl dürfe nicht mehr per Landesverordnung vorgeben werden. "Unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln sollten die Kulturveranstalter eigenverantwortlich entscheiden, wie viele Besucher in ihrer Einrichtung Platz finden können", sagt Heubisch und fügt hinzu: "Das wäre ein wichtiger Schritt, um endlich wieder eine Planbarkeit des künstlerischen Betriebs zu ermöglichen und die Einnahmesituation der Kultureinrichtungen zu verbessern."