Bayerisches Programm für geflohene Künstlerinnen und Künstler aus der Ukraine

Dringlichkeitsantrag der Abgeordneten Martin Hagen, Dr. Wolfgang Heubisch, Julika Sandt, Alexander Muthmann, Matthias Fischbach, FDP

Der Landtag wolle beschließen:
 

Die Staatsregierung wird aufgefordert zu prüfen, inwieweit ein Programm für Künstlerinnen und Künstler, die angesichts der Kriegshandlungen in der Ukraine nach Bayern geflohen sind, aufgelegt werden kann. Hierfür sind insbesondere die folgenden Hilfsmaßnahmen zu prüfen:

- Einrichtung einer Kontaktstelle, um geflüchteten Künstlerinnen und Künstlern schnell zielgerichtete Hilfe anzubieten

- Weiterführung in der Ukraine bereits begonnener künstlerischer Studiengänge und Ausbildungen

- Artist Training: Fortbildungen und Qualifizierungen (wie sie z. B. an der am UdK Berlin Career College zur Qualifizierung, Beratung und Vernetzung von professionellen Künstlerinnen und Künstlern im Exil angeboten werden)

- Arbeitsstipendien, Projektförderungen, Residenzen in Künstlerhäusern sowie die Unterstützung von Kultureinrichtungen aller Sparten, die geflüchteten Kreativen die Möglichkeit geben, ihrer Arbeit nachzukommen

 

Begründung:

Russland setzt seinen Angriffskrieg auf die Ukraine unvermindert und mit brutaler Härte fort. Bayern als Kulturstaat kommt eine besondere Bedeutung und Verantwortung für geflüchtete Künstlerinnen und Künstler aus der Ukraine zu: Kunst und Kultur sind Fundament von Freiheit, freier Meinungsäußerung und Demokratie und damit unverzichtbare Grundlage eines friedvollen und konstruktiven Miteinanders. Bayern muss nun Farbe bekennen und nach Bayern geflüchtete Kreative dabei unterstützen, ihre berufliche Tätigkeit auch in Deutschland fortsetzen zu können. Ukrainische Künstlerinnen und Künstler sollen nicht nur in die künstlerische Szene Bayerns eingegliedert werden – es geht auch darum, berufliche Perspektiven für eine spätere Rückkehr in die Heimat zu entwickeln.