Bildungschancen aus der Krise IV: Bewegung, Kunst und Kultur an Schulen fördern

Dringlichkeitsantrag der Abgeordneten Martin Hagen, Matthias Fischbach, Julika Sandt, Alexander Muthmann, FDP (Fraktion)

 

Der Landtag wolle beschließen:
 

 

Der Landtag stellt fest, dass im Rahmen der bisherigen Corona-Maßnahmen viele sonst vorhandene Angebote zur körperlichen, künstlerischen und kreativen Betätigung für die Schülerinnen und Schüler nicht oder nur eingeschränkt verfügbar waren. Das hat neben ihrer Fitness und Fertigkeiten auch Einfluss auf die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen. Da die wissenschaftliche Studienlage auf eine deutlich erhöhte Infektionsgefahr im Innenbereich hindeutet, sollten neue Konzepte ins Auge gefasst werden, um diese Bedürfnisse besser erfüllen zu können.

Deshalb soll die Staatsregierung eine Krisen-Bewältigungsstrategie mit folgenden Eckpfeilern umsetzen:

  • Konzepte zur Draußenschule, wie sie beispielsweise an Schulen in Erlangen schon länger praktiziert werden, sollen aufgegriffen und für den Einsatz in weiteren Schulen methodisch und lehrplanorientiert aufbereitet werden. In Ergänzung mit Fortbildungsangeboten sollen die Schulen gerade im Rahmen Infektionsgefahren motiviert und unterstützt werden, ihre Unterrichtsangebote öfter auch außerhalb des Schulhauses umzusetzen. Dabei können insbesondere erlebnispädagogische Elemente Anwendung finden.
  • Bereitstellung eines Pools an Referenten/Übungsleitern aus Sport, Kunst und Kultur, die auch per digitaler Zuschaltung beispielsweise in Distanzphasen das Unterrichtsangebot ergänzen können. Diese sollen die Schülerinnen und Schüler zu entsprechenden Aktivitäten motivieren und inspirieren.
  • Förderung des Einsatzes unterstützender Apps für entsprechende Aktivitäten auch in der Schule. Hierzu soll die Staatsregierung geeignete Apps auswählen und deren Einsatz mit landesweiten Wettbewerben fördern.

Als Chance aus der Krise sollen langfristig Draußenschulkonzepte stärker etabliert und erlebnispädagogische Elemente bildungspolitisch weiter gefördert werden. Der Einsatz von externen Referenten und digitalen Apps zur Unterstützung der körperlichen, künstlerischen und kreativen Betätigung soll ein festes Element der schulischen Arbeit werden können. Außerdem sollten erfolgreiche Schulen auf diesen Feldern in ihrer Profilbildung aber auch darüber hinaus erkennbar werden. So können Fortschritte in diesen Bereichen zu echten Zielgrößen der Schulentwicklung werden.

 

Begründung

Da in der Pandemie die Infektionsgefahr im Inneren erhöht ist, erweist es sich als herausfordernd, Unterricht in geschlossenen Räumen abzuhalten, worauf auch mit Lüftungsregelungen, Masken und weiteren Sicherheitsmaßnahmen nur in einem gewissen Rahmen reagiert werden kann. Elemente der Draußenschule können hier eine risikoreduzierende und pädagogisch gleichzeitig zuträgliche Form des Unterrichts ermöglichen. So treten neben den Vorteilen beim Infektionsgeschehen auch anderweitige positive Effekte auf. Vorreiterschulen aus Erlangen und Bernried zeigen dabei Wege des Machbaren auf. Darauf sollte aufgebaut werden.

Schülerinnen und Schüler erhalten in der Krise außerdem oft zu wenig Bewegung, Musikunterricht ist meist nur eingeschränkt oder gar nicht möglich gewesen und auch Kunst, Theater-AGs und ähnliche Angebote finden und fanden nur vermindert statt. Auch unabhängig von der aktuellen Krise werden immer wieder Klagen laut, dass entsprechende Angebote zu kurz kommen. Durch einen stärkeren Einsatz digitaler Möglichkeiten und die Bereitstellung eines Referentenpools können hier zusätzliche Anreize für die Schulen geschaffen werden, die über die Optionen zur eigenständigen Referentensuche hinausgehen. Außerdem erzeugt eine Investition in einen solchen Pool auch indirekt die Förderung von wirtschaftlich besonders von der Krise gebeutelten Gesellschaftsbereichen.