Kindgerechte und sichere Testung in Bayerischen Kitas flächendeckend sicherstellen

Dringlichkeitsantrag der Abgeordneten Martin Hagen, Julika Sandt, Alexander Muthmann, Matthias Fischbach, FDP

Der Landtag wolle beschließen:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, unverzüglich flächendeckend Lolli-PCR-Tests - wenn es aufgrund der Fallzahlen sinnvoll ist als Pooltests - für Kitas einzurichten und inklusive der Transporte zu organisieren. Die aktuell knappen Laborkapazitäten werden durch den Ausbau von PCR-Gurgel-Pool-Testmöglichkeiten nach dem Vorbild Österreichs entlastet. Kinder im Kita-Alter und das pädagogische Personal werden in die geplante Prioritätengruppe für PCR-Tests aufgenommen. Synergien mit den PCR-Tests an den Schulen - insbesondere bei der Logistik - sollten hierbei geprüft werden. Die Kapazitäten müssen den Kitas und Schulen so zugeordnet werden, dass die Tests altersgerecht angewendet werden, insbesondere sollten im Krippenalter vorrangig Lolli-Tests zur Anwendung kommen. 

Begründung

Alleine in München waren am vergangenen Freitag in 147 Kitas Gruppen geschlossen. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Kindern bis fünf Jahren lag am vorigen Montag bei 1465, bisher der höchste Wert in München. Vermehrt berichten Kliniken zudem, dass Kinder, die Corona-Infektionen durchlaufen haben, immer häufiger an Ganzkörperinfektionen (sogenanntes MIS-C oder PIMS) leiden - unabhängig davon, ob der Verlauf der Corona-Infektion zuvor schwer oder ohne Symptome verlief. Vor diesem Hintergrund muss die Staatsregierung sicherstellen, dass weitere Coronainfektionen bei Kindern eingedämmt werden. Die PCR-Testung ist die sicherste Methode, um eine Infektion nachzuweisen. Die Lolli-PCR-Tests sollen deshalb als kindgerechte, schmerzfreie Testart auch für die Gruppe der Kinder im Kindergarten- und insbesondere im Krippenalter zugänglich gemacht werden. Die flächendeckende Einführung dieser Art von Testung wurde bereits im Rahmen einer Petition von 15850 Bürgerinnen und Bürgern in Bayern gefordert und dem Sozialausschuss des Bayerischen Landtags am 27.01.2022 übergeben. Um die angespannten Laborkapazitäten zu entlasten, wird der Ausbau von PCR-Gurgel-Testmöglichkeiten nach dem österreichischen Modell bayernweit schnellstmöglich gestartet ggfs. auch durch die Beauftragung österreichischer Labore. Die in Österreich angebotenen PCR-Gurgel-Tests sind zudem weitaus günstiger (6 Euro pro Test) als die in Bayern angebotenen Antigen-Schnelltests (Bürgertests) mit 11,50 Euro pro Test und würden zusätzlich Kosten sparen. Des Weiteren werden die Kinder im Kita-Alter sowie das pädagogische Personal der bayerischen Kindertageseinrichtungen in die geplante Prioritätengruppe für PCR-Tests aufgenommen.