Landarztstipendien auch für ausländische Studierende

Antrag der Abgeordneten Martin Hagen, Dr. Dominik Spitzer, Julika Sandt, Alexander Muthmann, Matthias Fischbach und Fraktion (FDP)

Der Landtag wolle beschließen:

Die Staatsregierung wird aufgefordert die Richtlinie über die Vergabe von Stipendien zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Bayern so anzupassen, dass auch Medizinstudierende, die an einer europäischen Universität studieren, die Möglichkeit haben, ein Medizinstipendium zu erhalten und letztlich die flächendeckende und wohnortnahe medizinische Versorgung in Bayern erhalten.

Begründung:

Viele Ärzte in Bayern finden schon jetzt keinen Nachfolger für ihre Praxis, wobei sich die Situation regional in Bayern sehr unterschiedlich darstellt. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Bayern sind mit Stand November 2019 vierzehn Planungsbereiche von einer Unterversorgung bedroht, davon neun hausärztlich und fünf fachärztliche Planungsbereiche. Dieser Zustand wird sich in den nächsten Jahren ohne lenkende Eingriffe weiter verschlechtern. 2013 wurde unter Beteiligung der damaligen FDP-Fraktion ein Förderprogramm für Medizinstudierende aufgesetzt, welche sich verpflichten für eine gewisse Zeit als Arzt in einer unterversorgten Region in Bayern tätig zu sein. Dafür erhalten diese Studierenden ein Stipendium in Höhe von aktuell 600 €. Diese Stipendien werden allerdings nur an Studierende an deutschen Hochschulen vergeben. Das ist angesichts der immer weiter steigenden Nachfrage an Medizinern in unterversorgten Gebieten nicht mehr nachzuvollziehen. Viele junge Menschen entscheiden sich längst für ein Medizinstudium im europäischen Ausland, da sie in Deutschland keinen Studienplatz für Humanmedizin ergattern konnten. Auch diesen Studierenden sollte die Möglichkeit gegeben werden, ein Medizinstipendium zu erhalten und letztlich die flächendeckende und wohnortnahe medizinische Versorgung in Bayern mit sicherzustellen. Deswegen fordern wir die Staatsregierung auf, die Zuwendungsvoraussetzungen in der Medizinstipendienrichtlinie zu ändern.