Tierwohl darf dem Lockdown nicht zum Opfer fallen - Perspektiven für Hundeschulen schaffen

Antrag der Abgeordneten Martin Hagen, Christoph Skutella, Julika Sandt, Alexander Muthmann, Matthias Fischbach, FDP

Der Landtag wolle beschließen:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, privaten Hundeschulen eine Öffnungsperspektive für die nächsten Wochen zu schaffen. Die aktuelle Popularität von Hunden als Haustiere mit gleichzeitiger Schließung der Hundeschulen sorgt dafür, dass Hundebesitzer(innen) den korrekten Umgang mit den Tieren nicht lernen. Aber auch die Sozialisation des Hundes mit anderen Hunden und Menschen ist für das Tierwohl notwendig. Die aktuelle Schließung der Hundeschulen in Bayern schadet letztendlich sowohl dem Tier als auch dem Besitzer.

Da Hundeschulen meist im Freien absolviert werden, sollten diese Corona-konform wieder geöffnet werden. Dabei sind entsprechende Schutz- und Hygienekonzepte einzusetzen. Ein praktischer Unterricht in Kleinstgruppen ist ebenso unverzüglich zu ermöglichen wie die Abnahme bestimmter Prüfungen.

Begründung:

Seit einem Jahr steigt die Nachfrage nach Haustieren, insbesondere nach Hunden, stetig an. In Zeiten des Lockdowns und der sozialen Isolation sehen viele neue Haustierbesitzer in ihren Hunden einen Ausgleich zum Kontakt mit Menschen und zur Motivation der täglichen Bewegung. Allerdings werden die Folgen einer Anschaffung von vielen unterschätzt. Vor allem die Erziehung der Hunde leidet während der Pandemie, da Hundeschulen aktuell geschlossen bleiben müssen. Zudem müssen weiterhin Hunde für Rettungsstaffeln, Bergwachten und zur Jagd ausgebildet werden. Gerade für solche Hunde ist die Sozialisation mit fremden Menschen für ihre Arbeit von entscheidener Bedeutung.

Aus Sicht des Tierwohls ist der aktuelle Zustand nicht tragbar. Die Sozialisation der Tiere mit fremden Menschen und Hunden ist essenziell für das Wohlergehen des Hundes und auch des Besitzers. Da Hundeschulen zudem mehrheitlich im Außenbereich abgehalten werden und wäre das Infektionsrisiko automatisch geringer und könnte Corona-konform abgehalten werden.

Natürlich stehen primär die Hundebesitzer in der Verantwortung, ihre Haustiere entsprechend zu erziehen. Eine fehlerhafte Erziehung und fehlende Freizeit der Besitzer nach der Pandemie könnten dazu führen, dass die Hunde in den nächsten Jahren wieder an die Tierheime abgeschoben werden. Dieser Befürchtung würde die Corona-konforme Öffnung der Hundeschulen entgegenwirken.