Übersicht über die Verschlechterung der Gewässergüte in Bayern

Anfrage zum Plenum des Abgeordneten Christoph Skutella (FDP) vom 06.07.2020

Vor dem Hintergrund der 2019 erfolgten Bestandsaufnahme der europäischen Wasserrahmen-richtlinie (WRRL) und der Verschlechterung des ökologischen Zustandes bei 17 Prozent der Oberflächengewässerkörper im Vergleich zu 2015 (siehe Antwort auf die Drs. 18/8539 Nr. 50), frage ich die Staatsregierung, ob es Schwerpunkte der Verschlechterung innerhalb Bayerns gibt, welche Ursachen sie für die jeweiligen Verschlechterungen bisher ausmachen konnte und wie genau sich die Verschlechterungen darstellen (Anteil der Abstufungen von „sehr gut" auf „gut", von „gut" auf „mäßig", von „mäßig" auf „unbefriedigend", von „unbefriedigend" auf „schlecht")?


Antwort des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz


Nach der Bestandsaufnahme in 2019 ist der ökologische Zustand an 17 % der Oberflächengewässer zurückgegangen, während an 20 % eine Verbesserung eingetreten ist. Die Ergebnisse verteilen sich gleichmäßig über ganz Bayern. Eindeutige Schwerpunkte lassen sich nicht ausmachen.
Insgesamt ist der Zustand bei 152 Flusswasserkörpern und 3 Seewasserkörpern zurückgegangen. Dem steht eine Verbesserung an 183 Flusswasserkörpern und 2 Seewasserkörpern gegenüber.
Zu den Gründen von Zustandsveränderungen können noch keine abschließenden Angaben gemacht werden, da die Auswertungen momentan noch stattfinden. Es zeichnet sich aber ab, dass ein Hauptgrund für die neuen Zustandseinstufungen in der weiter entwickelten Methodik bei der Bewertung der Fischfauna besteht. Diese beruhte im zweiten Bewirtschaftungsplan noch zu einem Teil auf sog. „Experteneinschätzungen“ (ohne detaillierte Datengrundlage), während für den 3. Bewirtschaftungsplan alle Zustandseinstufungen auf der Basis von Befischungsergebnissen (Mehrfachuntersuchungen an einzelnen Oberflächenwasserkörper) ermittelt wurden.

Zu den prozentualen Anteilen der Oberflächenwasserkörper, die eine Abstufung erfahren haben, können folgende Angaben gemacht werden:
• Von sehr gut nach gut: 0,3 %
• Von gut nach mäßig: 2,0 %
• Von mäßig nach unbefriedigend: 8,2 %
• Von unbefriedigend nach schlecht: 2,8 %

Zur Vervollständigung des Bildes werden auch die prozentualen Anteile der Oberflächenwasserkörper aufgeführt, an denen eine Verbesserung eingetreten ist:
• Von gut nach sehr gut: 0,2 %
• Von mäßig nach gut: 6,1 %
• Von unbefriedigend nach mäßig: 9,5 %
• Von schlecht nach unbefriedigend: 3,5 %

Zusätzlich haben noch Auf- und Abstufungen über zwei oder mehr Qualitätsstufen stattgefunden.