"jetzt red i" mit Matthias Fischbach – Wie geht’s weiter an Bayerns Schulen?

Masken, Lüfter, Laptops – Wie geht’s weiter in Bayerns Schulen? Über diese und andere Fragen zum Thema Schule diskutierten bei "jetzt red i" der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Matthias Fischbach mit Kultusminister Michael Piazolo und Vertretern von Eltern, Schülern und Lehrern. Gerade Elternvertreter hatten der bayerischen Schulpolitik vorab eine glatte 6 gegeben – Kinder seien in der gesamten Politik vergessen worden und hätten keine Lobby, so der Vorwurf.

Matthias Fischbach

Insbesondere das kommende Schuljahr stand im Fokus der Diskussion: "Haben Sie Konzepte in der Schublade?", wollte Fischbach gleich zu Beginn der Sendung deshalb von Michael Piazolo wissen. Dieser betonte, man wolle im neuen Schuljahr "Präsenzunterricht mit allen Mitteln", da es durch Testen, Lüften und das Rahmenhygieneprogramm kaum einen sichereren Ort als Schulen gebe. Wechselunterricht gänzlich ausschließen wollte er jedoch nicht. 

Für genau jenen Distanzunterricht stellte Matthias Fischbach der Staatsregierung ein schlechtes Zeugnis aus. "Mebis war eine Riesenblamage, ein Riesenchaos für alle Beteiligten", betonte er. "Für den vergangenen Herbst und Winter hätten wir viel besser vorbereitet sein müssen – auch auf Distanzunterricht." Auch die Elternvertreter im Studio forderten Konzepte, die Präsenzunterricht sichern sollten. 

Hitziger wurde die Diskussion beim Thema Lüftungsgeräte in Klassenzimmern. Hier hatte das bayerische Kabinett beschlossen, dass bis zu Beginn des neuen Schuljahres alle Klassenzimmer mit mobilen Raumlüftern ausgestattet werden sollen. "Hier fehlt mir bisher jegliches Konzept", kritisierte Fischbach. "Wie wollen Sie es in zweieinhalb Monaten schaffen, noch 60.000 Klassenzimmer auszustatten?" Da der Freistaat nur 50 Prozent der Kosten übernehme, bleibe es bei einer moralischen Pflicht für die Kommunen und man könne nicht garantieren, dass diese hier mitziehen. Bisher hätten Kommunen die Fördergelder nicht ausreichend abgerufen. 

Auch die Pläne der Staatsregierung, Schulstoff nachzuholen sieht Fischbach kritisch. "Die geplanten Sommerschulen sind ein Tropfen auf den heißen Stein – mit 12,50 Euro pro Schüler kann man nicht viel bewegen", machte er deutlich. "Für kommendes Schuljahr müssen wir nachschärfen – egal ob bei Tests, bei Dienstgeräten für Lehrer oder beim Nachholen von Schulstoff. " Fürs neue Schuljahr wünsche er sich beispielsweise Tests, die genauer sind. 

Auch beim Thema Ganztag sieht Matthias Fischbach – gerade im Zusammenhang mit Lernrückständen sozial benachteiligter Kinder – klaren Nachholbedarf: "Wir müssen dringend die Ganztagsprogramme reformieren. Sie sind immens wichtig für Kinder, die mehr Unterstützung brauchen." Diese Programme so schnell wie möglich bedarfsgerecht zu realisieren, gab Fischbach am Ende der Sendung deshalb dem Kultusminister als Hausaufgabe mit auf den Weg. (kk)

Die gesamte Sendung finden Sie hier in der BR Mediathek.