Kampf um Anerkennung als ukrainische Flüchtlinge: SANDT unterstützt afghanische Schwestern

Einfach nur ankommen, in Frieden leben und sich so schnell wie möglich in der neuen Heimat integrieren und arbeiten. Mehr wünschen sich zwei afghanische Schwestern momentan eigentlich nicht. Doch stattdessen sind sie seit knapp einem Jahr auf der Flucht und kämpfen nun in Freising um eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Julika Sandt setzt sich für die beiden ein. Unter anderem berichteten der ‚Münchner Merkur‘ und die ‚Süddeutsche Zeitung‘.

Julika Sandt und Tobias Weiskopf setzen sich für die beiden Schwestern ein

Die beiden Schwestern studieren in ihrer Heimat Kabul BWL und arbeiten als Flugbegleiterinnen. Als die Taliban im August 2021 an die Macht kommen, flüchten sie und landen per Zufall in Kiew. Dort machen sie das Beste aus ihrer Situation, erhalten eine Anerkennung ihrer Schutzbedürftigkeit und sind kurz davor, auch in der Ukraine wieder als Flugbegleiterinnen arbeiten zu dürfen. 

Doch dann holt der Krieg sie erneut ein als Putin die Ukraine überfällt. Die Schwestern flüchten erneut und landen im Ankerzentrum Fürstenfeldbruck. Bei einem Besuch dort lernt Julika Sandt sie zufällig kennen. Die Abgeordnete ist beeindruckt: „Die Schwestern sprechen perfekt Englisch, haben in der ersten rein weiblichen Flugzeug-Crew den Präsidenten und Rockstars begleitet. Sie haben sich in Afghanistan für andere Frauen engagiert und waren aktiv in sozialen Medien. Diese klugen, starken Frauen sind sicher ein Dorn im Auge der Taliban.“ Gegen ihren Wunsch kommen sie in eine Unterkunft, 27 Kilometer außerhalb von Freising. Ihre Hoffnung: eine ‚Aufenthaltsgenehmigung zum vorübergehenden Schutz‘ nach Paragraf 24 zu erhalten. Dann könnten sie sofort in Deutschland arbeiten. Eigentlich sollte das kein Problem sein: Ein Schreiben des Bundesinnenministeriums erklärt, dass auch Staatsangehörige aus Drittländern anspruchsberechtigt sind, die vor dem 24. Februar 2022 Schutz in der Ukraine genossen haben. 

Doch das Landratsamt in Freising sieht das anders: Es will ein Asylverfahren für die beiden Frauen einleiten, das sich über ein Jahr oder länger hinziehen könnte. Für Julika Sandt ein Unding. Sie sagt im ‚Münchner Merkur‘: „Ich habe mich mit mehreren Juristen ausgetauscht, die unisono die Meinung vertreten, das könne nicht zutreffen.“ Sandt wendet sich deshalb mit einem Brief direkt an Bayerns Innenminister Herrmann. „Es ist einfach unmöglich, dass sich die beiden Frauen nach ihren schrecklichen Erlebnissen noch einem Behörden-Ping-Pong stellen müssen.“ 

Mehrere Fälle aus Sachsen, Bremen und Hamburg würden zudem belegen, dass aus der Ukraine geflüchtete Afghanen nach Paragraf 24 problemlos aufgenommen wurden. Und auch das Ankerzentrum in Fürstenfeldbruck hatte die Schwestern mit genau dieser Empfehlung nach Freising geschickt. 

Bei allem Ärger über die Staatsregierung freut sich Sandt über viel Hilfe von anderen Seiten: Ein Journalist hat ein Zimmer angeboten, der Freisinger FDP-Kreisrat Tobias Weiskopf setzt sich beim Landratsamt für die Schwestern ein und Rechtsanwältin Maral Noruzi steht mit Rat und Tat zur Seite. Sandt betont: „Dies ist ein einzigartiger Fall, und daher ist es mir ein großes Bedürfnis zu unterstützen. Für diese tollen jungen Frauen muss es doch endlich einmal ein glückliches Ende geben. Sie waren Role-Models in ihrem Heimatland und wären ein Gewinn für unsere Region.“ (kk)

 

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