Kinder und Jugend

Kinder und Jugend

Wofür wir stehen …

Ein gutes Sozialsystem muss den Anspruch haben, für Chancengerechtigkeit zu sorgen. Wir Freie Demokraten im Bayerischen Landtag wollen jedem Kind und jedem Jugendlichen, unabhängig von seiner sozialen und ethnischen Herkunft, alle Chancen geben, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten. Wir wollen junge Menschen je nach Talent bestmöglich individuell fördern, damit sie aufgrund ihrer eigenen Leistung den passenden Abschluss erreichen und stark durchs Leben gehen. Wichtig ist uns auch eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Wir wollen nicht mehr über sie, sondern mit ihnen entscheiden.

Mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung

Wir sprechen uns für mehr Investitionen in die Qualität von Kindertagesstätten aus. Hierfür müssen die Betreuungsschlüssel verbessert, die Kita-Leitungen bei Verwaltungsaufgaben entlastet und Fachkräfte angeworben werden. Langfristig befürworten wir eine generelle Beitragsfreiheit.

Aber auch weitergehende Qualitätsverbesserungen sind für uns von besonderer Bedeutung. Wir wollen Kindern mit besonderem Förderbedarf gerecht werden und für mehr Inklusion sorgen. Dazu wollen wir bereits in den Kindertagesstätten mehr sonderpädagogische Angebote entwickeln.

Zudem muss die Sprachförderung in den Kitas einen höheren Stellenwert gewinnen. Dies gilt nicht nur für Kinder, die zu Hause eine andere Sprache sprechen oder logopädischen Förderbedarf benötigen. Wir sprechen uns generell für mehr bilinguale Kitas aus, die den Kindern spielerisch und kindgerecht den Einstieg in eine Fremdsprache erleichtern.

Bessere Vorbereitung auf die Schule

Bereits die frühen Lebensjahre entscheiden über die Erfolgschancen eines Kindes. Nach wie vor hängt der Bildungs- und Lebenserfolg zu stark vom sozialen Status der Familie ab. Der Schlüssel zu Chancengerechtigkeit ist eine gezielte Frühförderung in den Kitas. Hier wird der Grundstein dafür gelegt, ob Kinder später in der Schule frustriert abschalten oder motiviert im Unterricht mitarbeiten. Eine gute frühkindliche Förderung kann gerade für Kinder aus bildungsfernen Schichten entscheidend sein für den weiteren Erfolg in der Erwerbsbiografie und die Verwirklichung des eigenen Lebensentwurfs.

In Bayern wird individueller Förderbedarf nicht bei allen Kindern erkannt. Wir wollen ein verpflichtendes Screening im dritten oder vierten Lebensjahr, um etwaige medizinische, psychologische oder sprachliche Nachholbedürfnisse frühzeitig zu erkennen. Auf dieser Basis müssen auch und gerade Kinder, die keine Kita besuchen, passgenau gefördert werden.

Damit die Vorbereitung auf den Schulbesuch intensiviert und somit für eine Chancengerechtigkeit zu Beginn der Schule gesorgt wird, sprechen wir uns für die Einführung eines verpflichtenden Vorschuljahres aus, in welchem durch pädagogische Fachkräfte auf spielerische und altersgerechte Art alle notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden. Der Zeitplan soll, dem in einer Kita entsprechen.

Betreuung auch in Randzeiten gewährleisten

Die moderne Arbeitswelt ändert sich zunehmend. Ein starrer Nine-to-Five-Job wird zunehmend zur Ausnahme. Auch die Erwerbsbeteiligung von Frauen steigt zunehmend. Das führt dazu, dass unflexible Öffnungszeiten der Kindertagesstätten nicht mehr den Anforderungen der Menschen in der heutigen Gesellschaft gerecht werden. Das Angebot an Kinderbetreuung muss so weit ausgebaut werden, dass beide Elternteile ihrem Beruf nachgehen können. Ebenso brauchen Menschen, die abends oder nachts arbeiten eine entsprechende Kinderbetreuungsangebote. Auch in Notfällen müssen Kinderbetreuungsangebote zur Verfügung stehen, die für Entlastung in einer schwierigen Lage sorgen.

Verbesserungen in der Erzieher-Ausbildung

Die Bertelsmann Stiftung stellte unlängst fest, dass in den kommenden Jahren in Bayern mindestens 7.200 Fachkräfte und 4.000 Leitungskräfte in den Kitas fehlen werden. Dies darf nicht dazu führen, dass das Recht auf Kinderbetreuung praktisch nicht in Anspruch genommen werden kann. Wir brauchen daher eine Ausbildungsoffensive für Erzieherinnen und Erzieher. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern ist eine auf vier Jahre verkürzte Ausbildung in Bayern immer noch eine Ausnahme. Es ist an der Zeit, dass in ganz Bayern die verkürzte Ausbildung mit Vergütung angeboten wird. Aber auch der Aufstieg vom Kinderpfleger zum Erzieher muss vereinfacht werden, damit innerhalb der KiTa geeignete Kandidatinnen und Kandidaten identifiziert und gefördert werden können.

Wahlrecht ab 16

Immer mehr Jugendliche haben Lust, sich politisch zu engagieren. Wir Freie Demokraten im Bayerischen Landtag begrüßen dies ausdrücklich und möchten dafür sorgen, dass zukünftig Jugendliche mehr Mitspracherecht erhalten. Denn letztendlich wirken sich viele der jetzt beschlossenen Gesetze direkt auf die junge Generation aus. Es ist ungerecht, dass die Jugendlichen ihre eigene Zukunft nicht direkt mitgestalten können. Wir streben in Bayern daher das aktive Wahlrecht für Kommunal-, Bezirkstags- und Landtagswahlen ab 16 Jahren an.

Ombudsperson für Generationengerechtigkeit

Viele vom Bayerischen Landtag oder dem Deutschen Bundestag beschlossenen Gesetze wirken sich direkt auf das Leben der Kinder und Jugendlichen aus. So beispielsweise, wenn eine Rentenreform beschlossen wird, die dazu führt, dass finanzielle Lasten auf die junge Generation verlagert werden. Dasselbe gilt jedoch auch, falls die Hauptlast eines bestimmten Gesetzes zuungunsten der älteren Generation verlagert wird. Bisher bestehen in diesen Fällen nur wenig Möglichkeiten zur Einbringung der Bedenken einer bestimmten Generation im Rahmen des Gesetzesvorhabens. Daher wollen wir, dass eine Ombudsperson für Generationengerechtigkeit dafür sorgt, dass die Lasten zwischen den Generationen gerecht verteilt werden und die Gesetzgebung nicht eine bestimmte Generation benachteiligt.

Jugendparlamente und mehr Beteiligung

Damit das Engagement der jungen Menschen nicht bei der Stimmabgabe bei einer Wahl endet, wollen wir die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungsprozessen auf Landes- und kommunaler Ebene stärken. Dazu wollen wir verstärkt Jugendparlamente einsetzen. Diese können dann beispielsweise direkt durch ein Antragsrecht im Stadtrat die Möglichkeit erhalten, die Politik vor Ort zu beeinflussen und mitzugestalten. Damit können Kinder und Jugendliche direkten Einfluss auf die Entwicklung in der eigenen Kommune ausüben und somit für sich eine lebenswerte Zukunft gestalten.