Kinder und Jugendliche aus der Krise führen

"Die Corona-Krise hat von uns allen viel abverlangt, ist aber vor allem für die jungen Menschen in unserem Land eine enorme Belastung. Die Auswirkungen sind dramatische Berichte aus den Psychiatrien und Krankenhäusern." Mit diesen Worten eröffnete Fraktionsvorsitzender Martin Hagen die gemeinsame Pressekonferenz mit Julika Sandt, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion. Sie stellten gemeinsam das Positionspapier "Kinder und Jugendliche aus der Krise führen" vor – aus dem parlamentarische Initiativen folgen. Zudem diskutierte der Bayerische Landtag in der 86. Sitzung in seiner Aktuellen Stunde dieses Thema auf Antrag der FDP-Fraktion.

Julika Sandt

Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag junge Menschen in Bayern gestärkt aus der Corona-Krise führen und ihnen mehr Gehör und Rechte verschaffen. "Kinder und Jugendliche wurden in der Pandemie zu lange vernachlässigt ", betonte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Julika Sandt. "Bis zum heutigen Tag hat sich die Staatsregierung viel zu wenig um deren Sorgen und Nöte gekümmert." Schlüsselthema des jetzt vorgestellten Positionspapiers sei, "dass wir für junge Menschen Strukturen aufbauen, um sie besser einzubinden und ihnen mehr Mitbestimmung zu geben. 

Die Kernpunkte des Positionspapiers sind fächerübergreifend. So soll das generelle Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt werden, um mehr Jugendbeteiligung für politische Entscheidungen zu gewährleisten. Kinderrechte zumindest in der Bayerischen Verfassung zu verankern, sei zudem ein zentrales Bestreben der Fraktion. 

Auch im Freizeitbereich sollen Kampagnen gestartet werden, um Kinder zu fördern. Damit sollten sich z. B. auch sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche bei Sportvereinen beteiligen können. "Ein weiterer mir sehr wichtiger Punkt in unserem Positionspapier ist das Recht auf (frühkindliche) Bildung. Durch die Lockdowns ist die komplette Vorschulbildung weggebrochen – dabei ist diese immens wichtig, um Kinder auf die Schule vorzubereiten. Auch unabhängig von Corona müssen vorschulische Angebote deutlich intensiviert werden."

"Ganz besonders wichtig ist uns, die psychologischen Belastungen für Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt zu rücken. Wir haben zu wenige Plätze in der Kinder- und Jugendpsychiatrie – wenn es dort Triage gibt, muss gehandelt werden", kommentierte Sandt Berichte, dass momentan nur suizidgefährdete Kinder und Jugendliche psychologisch behandelt werden können. 

Generell müsse sich die Politik stärker auf die kommende Generation konzentrieren. "Das fängt von einer besseren Haushaltsdisziplin an und geht bis zu einem Beitrag zum Klimaschutz – die Politik muss hier deutlich nachhaltiger werden. Wichtig ist uns generell, dass wir in vielen Bereich ansetzen, um die Situation für Kinder und Jugendliche in Bayern zu verbessern."

Auf Vorschlag der FDP-Fraktion waren die Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche auch Thema der Aktuellen Stunde in der 86. Plenarsitzung des Bayerischen Landtags. Welche Maßnahmen zurück zur Normalität getroffen werden können und wie weitere Folgen der Pandemie von Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden können, stand im Mittelpunkt der Debatte. Julika Sandt betonte: “Kinder und Jugendliche brauchen neue Zukunftsperspektiven. Sie wurden in der Pandemie herumgeschubst wie kaum eine andere Bevölkerungsgruppe. An sie dachte die Politik immer zuletzt.“ Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Matthias Fischbach ergänzte: "Wir müssen für die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen so viel wie möglich bewegen, weil sie die größten Lasten in der Pandemie tragen. An der Qualität unserer Bildungseinrichtungen zeigt sich der Respekt vor der jüngeren Generation." (kk)


Das komplette Positionspapier können Sie hier nachlesen.