Landtags-FDP beantragt "Freiluft-Initiative": Corona-Gefahr lauert in Innenräumen

Die Landtags-FDP plädiert für einen Paradigmenwechsel in der Corona-Politik: Nicht "stay at home" sondern "let's go outside" müsse die Maxime sein, so Fraktionschef Martin Hagen in seiner Rede zur Regierungserklärung. Denn Aerosolforscher sind sich einig: Das Infektionsrisiko im Freien ist minimal, die Gefahr lauert in geschlossenen Räumen.

Straßencafés und Biergärten gehören zur bayerischen Lebensart

Straßencafés und Biergärten gehören zur bayerischen Lebensart

"Anstatt den Menschen Aktivitäten im Freien zu verbieten, sollte die Politik sie dazu ermuntern", begründete Hagen einen Antrag der FDP-Fraktion. Dieser sieht unter anderem die Lockerung der Kontaktbeschränkungen im Freien, eine inzidenzunabhängige Öffnung der Außengastronomie und die Abschaffung der Maskenpflicht unter freiem Himmel vor. Zudem sollen Kulturveranstaltungen und Sport an der frischen Luft ermöglicht werden. Die nächtliche Ausgangssperre möchte die FDP abschaffen.

"Ihre Maßnahmen haben zu einer Verdrängung sozialer Kontakte in private Innenräume geführt", warf Hagen der Regierung vor, "also dorthin, wo niemand nachvollziehen kann, was die Menschen tun. Wir wollen, dass sich die Menschen wieder verstärkt dort treffen, wo das Infektionsrisiko am Geringsten ist: An der frischen Luft."

Ausnahmezustand ist zum Dauerzustand geworden

Die von der Staatsregierung Anfang Mai beschlossenen Lockerungen bezeichnete Hagen als halbherzig: CSU und Freie Wähler setzten damit lediglich alte MPK-Beschlüsse vom März um. "Dafür dürfen Sie weder Dank noch Applaus erwarten", so der FDP-Politiker. Er erinnerte daran, dass Bayern sich inzwischen seit 185 im Lockdown befinde: "Der Ausnahmezustand ist zum Dauerzustand geworden. Kein anderes europäisches Land hat das öffentliche Leben so lange in dem Maß heruntergefahren wie wir."

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kollateralschäden dieser Lockdown-Politik seien enorm, der Nutzen hingegen fraglich: So zeigte Hagen auf, dass sich die Infektionszahlen in Deutschland und der Schweiz seit Monaten nahezu identisch sind, obwohl die Schweiz auf Ausgangssperren oder Schulschließungen verzichtet habe. Auch Hotels, Skilifte, Außengastronomie, Theater, Kinos und Fitnessstudios sind dort geöffnet.

Bürger brauchen wieder mehr Freiheit

In den vergangenen Wochen hatten der Impffortschritt und die saisonale Entwicklung zu einem spürbaren Rückgang der Infektionszahlen geführt. "Die frühlingshaften Temperaturen müssen jetzt auch mit einem coronapolitischen Tauwetter einhergehen", forderte Hagen: "Die Bürgerinnen und Bürger brauchen wieder mehr Freiheit, mehr Leben, mehr Normalität."

Den Antrag "Freiluft-Initiative" finden Sie hier.

Die Rede von Martin Hagen im Video: