Landtags-FDP will Corona-Sperrstunde abschaffen

Aufgrund der Corona-Pandemie blieb die Gastronomie in Bayern mehrere Wochen geschlossen. Erst Ende Mai durften die Wirte unter strengen Auflagen nach und nach wieder öffnen. Die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag will nun die während der Krise eingeführte Sperrstunde wieder abschaffen.

FDP-Fraktionschef Martin Hagen

Martin Hagen, Fraktionsvorsitzender 

Wegen Covid-19 müssen Gaststätten in Bayern derzeit um 22 Uhr schließen. Die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag will das ändern. "Die Corona-Sperrstunde muss weg!", fordert Fraktionschef Martin Hagen in der "Bild"-Zeitung.  

In Bayern gibt es bei 13 Millionen Einwohnern nur noch 1.000 aktive Corona-Fälle – Tendenz fallend. Gleichzeitig kämpfen viele Gaststätten ums Überleben. "Ich meine: Die Einschränkungen sind nicht mehr verhältnismäßig", so Hagen gegenüber der Zeitung. Lokale sollten auch über 22 Uhr hinaus öffnen dürfen: "Söder und Aiwanger haben Bayerns Wirten jetzt genug zugemutet!"

In den meisten Landkreisen gebe es keine oder nur noch vereinzelt neue Corona-Fälle, sagt Hagen in der "Bild". Demos mit Zehntausenden Teilnehmern seien möglich, aber Wirte müssten ihr Gäste um 22 Uhr rauswerfen – "das kann niemandem mehr erklärt werden".

Es gehe nicht zuletzt um zahlreiche Arbeitsplätze in einem der wichtigsten Wirtschaftszweige, ergänzt FDP-Tourismusexperte Albert Duin: "Unsere Gastronomie braucht jetzt keine lustigen Hendl- oder Kumpel-Gleichnisse, sondern klare, flexible, großzügige und unbürokratische Regelungen."