DUIN: Bayern droht der Blackout

10.04.2019

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) hat heute darauf hingewiesen, dass nach dem Abschalten der beiden letzten bayerischen Kernkraftwerke Ende 2022 im Freistaat eine Lücke bei der gesicherten Leistung von rund fünf Gigawatt entsteht. Die vbw sieht darin eine reelle Gefahr für die Stromversorgung in Bayern. Der Sprecher für Wirtschaft und Energie, Albert Duin, stimmt der vbw zu:

„Eine sichere, preisgünstige und umweltfreundliche Energieversorgung ist von überragender Bedeutung für den Industriestandort Bayern. Zentral sind dabei drei Elemente: eine den Ansprüchen gerechte Kraftwerksinfrastruktur, der Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze und Speichertechnologien in Kombination mit intelligenten Netzen. Die vbw hat recht, wenn sie feststellt, dass die durch die Abschaltung wegfallende Leistung noch nicht durch erneuerbare Energien ersetzt werden kann, da diese je nach Tageszeit oder Wetterlage unterschiedliche Erträge liefern. Der Netzausbau und die Entwicklung von Speichertechnologien müssen deshalb Priorität haben. Das Ziel muss ein funktionierendes, überregionales Netz sein. Der Widerstand von Wirtschaftsminister Aiwanger gegen die Stromtrassen Süd- und Südostlink ist unverantwortlich. Zudem brauchen wir grundlastfähige Alternativen für die abzuschaltenden Kernkraftwerke. Die Rahmenbedingungen müssen so geändert werden, dass ein wirtschaftlicher Betrieb moderner Gaskraftwerke wie in Irsching möglich wird. Um Strom bezahlbar zu halten, fordert die FDP eine Senkung der Stromsteuer.“