Paare mit Kinderwunsch unterstützen: FDP stößt Förderprogramm in Bayern an

Paare mit Kinderwunsch unterstützen: FDP stößt Förderprogramm in Bayern an
09.10.2019

Erfolg für Bayerns kleinste Oppositionsfraktion: Die FDP konnte CSU und Freie Wähler von einer Initiative überzeugen, die Paare bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches unterstützen wird. Danach soll der Freistaat künftig durch einen finanziellen Zuschuss den Zugang zu Reproduktionsmedizin erleichtern.

"Das von der FDP angestoßene Förderprogramm wird vielen Paaren die Erfüllung ihres Kinderwunsches ermöglichen" erklärt FDP-Fraktionschef Martin Hagen. Die Chance auf ein Wunschkind dürfe kein Privileg wohlhabender Paare bleiben. "Wir rechnen damit, dass durch die neue Förderung in Bayern künftig jedes Jahr rund 1.000 Kinder geboren werden können, die sonst nie das Licht der Welt erblickt hätten", so Hagen. "Es freut mich, dass die Regierungfraktionen sich unserem Anliegen angeschlossen haben und wir hier gemeinsam etwas für die Menschen in Bayern bewegen können."

Hintergrund: Millionen Frauen und Männer bleiben in Deutschland ungewollt kinderlos. Für viele davon bieten moderne reproduktionsmedizinische Verfahren eine Möglichkeit, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Diese Behandlungen sind jedoch sehr teuer.

Seit 2004 übernehmen die Krankenkassen nur noch maximal 50% der Kosten von Kinderwunschbehandlungen. Die Zahl der durch reproduktionsmedizinische Verfahren gezeugten Kinder hat sich infolge dessen etwa halbiert – von 17.000 auf 8.000 pro Jahr in Deutschland).

2012 hat der Bund beschlossen, unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil der verbleibenden Kosten zu übernehmen – allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Bundesländer, in dem die betroffenen Paare ihren Hauptwohnsitz haben, eigene Landesprogramme in gleicher Höhe unterhalten müssen. In Bayern ist das bisher nicht der Fall, weshalb bayerische Paare bisher nicht von der Förderung des Bundes profitieren.

Das soll sich nun durch die Initiative von FDP, CSU und Freien Wählern ändern: Die Fraktionen fordern die Staatsregierung in einem gemeinsamen Antrag auf, ab 2020 entsprechende Haushaltsmittel einzuplanen.