Bildungschancen aus der Krise – FISCHBACH: Jetzt 1.000 Lehrkräfte als professionelle Corona-Feuerwehr bis 2025 sichern!

Die Corona-Pandemie hat den Schulalltag in Bayern völlig auf den Kopf gestellt. Seit genau einem Jahr findet kein normaler Unterricht mehr statt. Regeln, Strukturen und Abläufe, die lange als unantastbar galten, wurden von heute auf morgen außer Kraft gesetzt. Klagen über die "planlose" Pandemie-Politik gab es bereits viele. Doch in jeder Krise steckt auch eine Chance: Die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag will die aktuelle Lage zum generellen Politikwechsel nutzen.

Dazu der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion Matthias Fischbach: "Lassen wir den Schulen mehr Freiheit beim Einsatz moderner Konzepte und Methoden. Wir brauchen Freigestalter-Schulen mit angstfreier Innovationskultur. Vor der Krise wurde es praktisch untersagt, mit 'flipped classroom' auf ein Umdrehen der schulischen Aktivitäten zu setzen. Aktuell ist das für viele Lehrkräfte ein Geheimrezept beim Wechselunterricht. Langfristig steckt darin eine Chance für die individuelle Förderung, wenn neuer Stoff daheim gelernt und in der Schule mit der Lehrkraft eingeübt wird.

Die unterschiedlichen Voraussetzungen in Schulen und Elternhäusern haben während der Krise zu einem bildungspolitischen Großbrand geführt. Damit das Leistungsniveau nicht noch weiter auseinanderdriftet, sollten Intensivierungs- und Förderkurse in allen Bildungseinrichtungen zum Standardangebot gehören. Hierzu fordern wir eine großangelegte Einstellungsoffensive, denn aktuell stehen noch gute Bewerber auf den Wartelisten: Mindestens 1.000 zusätzliche Lehrkräfte sollten wir schon aktuell als professionelle 'Corona-Feuerwehr' für die kommenden Jahre sichern. Wenn ab 2025 das neue G9 greift, werden wir sowieso eine Personalreserve für die zusätzliche Klassenstufe benötigen. Das wäre vorausschauende Politik.

Die negativen sozialen Auswirkungen der Pandemie auf unsere Schüler verdienen aber auch darüber hinaus deutlich mehr Beachtung. Die Krise geht mit erheblichen Belastungen für die seelische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen einher. Das Netz der staatlichen Schulberatung muss weiter gestärkt, und mit Hilfe der digitalen Möglichkeiten einfacher zugänglich gemacht werden. Wenn es zuhause kracht, haben Kinder Angst, eine Krisen-Hotline anzurufen. Wir brauchen deshalb digitale und niedrigschwellige Hilfsangebote wie Messenger-Dienste, auf die die jungen Menschen rund um die Uhr zurückgreifen können. Diese Funktion übernehmen aktuell private Angebote wie krisenchat.de in Eigenregie – langfristig muss das gestützt und mit den schulischen Angeboten vernetzt werden! Ergreifen wir solche Chancen aus der Krise."

 

Die Kernpunkte der Dringlichkeitsanträge im Überblick:


"Vom Wechselunterricht zum Flipped Classroom"

  • Praxistaugliche Datenschutzvorschriften für Videokonferenzen statt "schwarzer Wand"
  • Unterstützung bei modernen Unterrichtsformen
  • Hochwertige Digital-Inhalte durch Content-Schnittstelle zu Mebis

"Unterschiede erkennen und individuell fördern"

  • Digitale Lernstandserhebung und individuelle Lernförderpläne
  • Etablierung digitaler Diagnoseportale, um gezielt Unterstützung zu organisieren
  • Einstellungsoffensive – 1.000 neue Lehrerstellen als Corona-Feuerwehr und Personalreserve

"Schüler nicht alleine lassen, sondern ihre Selbstentfaltung begleiten"

  • Einsatz von Lern-Buddys als Vorbilder und Mentoren
  • Einbindung von Chat- und Messenger-Diensten in Hilfsnetzwerke
  • Stärkere Rolle für soziale und emotionale Skills in der Schulentwicklung

"Bewegung, Kunst und Kultur an Schulen fördern"

  • Ausbau und Etablierung des Konzepts zur "Draußenschule"
  • Bereitstellung eines Pools an Referenten und Übungsleitern aus Sport, Kunst und Kultur, die auch per digitaler Zuschaltung in Distanzphasen das Unterrichtsangebot ergänzen
  • Förderung des Einsatzes unterstützender Apps für die entsprechenden Aktivitäten auch in der Schule

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