FISCHBACH: Ärger um ausbleibende Antworten, auch Warnsignal für Booster-Impfungen wurde durch verzerrte LGL-Inzidenzen deaktiviert!

Vor einer Woche hatten Medienberichte aufgedeckt, dass das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Inzidenzwerte verzerrt angibt. Infizierte mit unbekanntem Impfstatus wurden demnach pauschal den Ungeimpften zugerechnet. Im Zuge dessen hatte die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag über ein halbes Dutzend Anfragen an das Gesundheitsministerium gestellt, um die Thematik aufzuklären, Transparenz wiederherzustellen und politische Schlüsse daraus zu ziehen. Dazu der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion Matthias Fischbach

"Die bayerische Staatsregierung hat auf die Fragen der FDP-Fraktion nur unzureichend, teilweise sogar gar nicht geantwortet. Seit einem Monat schon konnte bei nicht einmal der Hälfte aller positiven Tests der Impfstatus ermittelt werden. Trotzdem rechnete das LGL diesen großen Block komplett den Ungeimpften zu und wies die daraus folgenden Inzidenzwerte mit starker Verzerrung aus. Wie stark die Werte aber wirklich verzerrt werden und welche politischen Schlüsse daraus zu ziehen sind, können wir aber leider immer noch nicht sagen. Denn die entscheidenden Fragen zur konkreten Aufteilung der Infektionszahlen nach Geimpft, Ungeimpft und Unbekannt in den jeweiligen Wochen hat das Gesundheitsministerium genauso wenig beantwortet, wie Fragen zu den Nachmeldungen und den Verantwortlichkeiten. 

In einer Pandemie, in der das Vertrauen in öffentliche Gesundheitsdaten essenziell ist, ist diese Mauertaktik völlig inakzeptabel. Davon abgesehen hat das Parlament ein in der Verfassung verbrieftes Auskunftsrecht. Wir haben deshalb Landtagspräsidentin Aigner bei mehreren Anfragen gebeten, die Antworten zu monieren und sich damit für die Durchsetzung des parlamentarischen Fragerechts einzusetzen.

Auch in der Sache verstehe ich die Geheimniskrämerei von Holetschek und Söder nicht. Denn höchstwahrscheinlich ließ sich mit den Zahlen auch deutlich zeigen, wie der Anteil an Impfdurchbrüchen seit September angestiegen ist. Durch das systematische Kleinrechnen der Geimpften-Inzidenz hat man hier ein wichtiges Warnsignal deaktiviert und in Bayern die deshalb so wichtigen Booster-Impfungen viel zu spät und zaghaft vorangetrieben."


Hier finden Sie: 

Hinweis: Weitere Informationen, z. B. die Anfragen an die bayerische Staatsregierung, erhalten Sie auf gerne auf Nachfrage.

Audio file