FISCHBACH: Übertrittszeugnis zu eindimensional – Bei Durchschnittsnote werden zu viele Talente übersehen

Am 2. Mai erhalten in Bayern die Grundschüler der 4. Klasse das Übertrittszeugnis für die weiterführenden Schulen. Fächer, wie beispielsweise Englisch, Kunst, Musik, Sport oder Werken und Gestalten werden in diesem Verfahren praktisch ausgeklammert. Für die spätere Schulwahl ist die Durchschnittsnote in Mathe, Deutsch und dem Heimat- und Sachunterricht ausschlaggebend. Ist sie besser als 2,33 stehen den Schülern alle Wege offen. Für die Realschule braucht es einen Notendurchschnitt von mindestens 2,66 – sonst müssen sich die Schüler zwischen dem schweren Probeunterricht oder der Mittelschule ihres Wohnorts entscheiden. Dazu erklärt Matthias Fischbach, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag:

„Das Übertrittsverfahren ist aktuell viel zu ungerecht, eindimensional und demotivierend. Es muss dringend reformiert werden. Das Niveau der entscheidenden Probearbeiten kann von Grundschule zu Grundschule ganz anders sein, darunter leidet die Vergleichbarkeit. Außerdem sollten individuelle Begabungen eine stärkere Rolle spielen, als die eine reine Durchschnittsnote widerspiegeln kann. Gerade Schülerinnen und Schüler, denen nur die örtliche Mittelschule bleibt, werden so unnötig demotiviert, weil andere Talente komplett ausgeblendet werden.

Die Mittelschulen sollten deshalb zu Talentschulen weiterentwickelt werden und wesentlich differenziertere Schulprofile herausbilden. Gleichzeitig müssen die Schülerinnen und Schüler dann auch die zu ihren Talenten passende Schule auswählen können. Die Sprengelpflicht, die den Besuch einer wohnortspezifischen Mittelschule vorschreibt, wollen wir daher aufheben.

Jeder soll weiter das Recht auf einen wohnortnahen Schulbesuch haben, aber eben auch das Recht, eine Schule zu wählen, die zu den individuellen Fähigkeiten besonders gut passt!“

Pressefotos von Matthias Fischbach finden Sie hier