Kultusministerium verbietet Werteunterricht – FISCHBACH: Diese Rückwärtsgewandtheit hätte ich im 21. Jahrhundert nicht für möglich gehalten

Um in Corona-Zeiten zu verhindern, dass Kinder aus verschiedenen Klassen im Religions- und Ethikunterricht durcheinandergewürfelt werden, wollte eine Grundschule im oberbayerischen Puchheim als Alternative einen klasseninternen gemeinschaftlichen Werteunterricht anbieten. Ungeachtet der von der Schule vorgesehenen Berücksichtigung der Lehrpläne für den katholischen, evangelischen und Ethikunterricht untersagte das bayerische Kultusministerium die Umsetzung. Ohne Einverständnis der Kirchen könne der Religionsunterricht nicht verändert werden, hieß es. Dazu der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag Matthias Fischbach:

"Der Vorstoß der Puchheimer Grundschule ist lobenswert und zukunftsweisend. Wir als FDP-Fraktion haben im vergangenen Jahr schon aktiv an Konzepten zur Verbesserung des Religions- und Ethikunterrichts gearbeitet. Eine Zusammenhaltung der Klassen statt der künstlichen Auftrennung nach Glaubensrichtungen ist nicht nur aufgrund der Corona-Lage geboten, sondern darüber hinaus bei einer immer vielfältiger werdenden Schülerschaft auch bildungs- und gesellschaftspolitisch absolut wünschenswert.

Dass sich die katholische und evangelische Kirche im Schulterschluss mit dem bayerischen Kultusministerium einem gemeinschaftlichen Werteunterricht versperren, zeugt von einer befremdlichen Rückwärtsgewandtheit, die ich im 21. Jahrhundert nicht mehr für möglich gehalten hätte.

Diese Verweigerungshaltung wird der Situation in vielen Schulen und den Wünschen der Schüler, Eltern und Lehrer nicht gerecht. Wir wollen doch junge Menschen zum Dialog hin erziehen. Glauben und Werte im toleranten Miteinander zu vermitteln, sollte die Aufgabe von Schulen sein – nicht die religiöse Missionierung.

Das Kultusministerium hat in Puchheim leichtfertig die Chance verpasst, dass sich die Schüler in einem konfessions- und religionsübergreifenden Unterricht unvoreingenommen und verständnisvoll über Religionen, Werte und Weltanschauungen austauschen können."

 


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Jens Bauszus
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