SANDT UND FISCHBACH: Staatsregierung muss wissenschaftliche Erkenntnisse über das Infektionsgeschehen an Kitas und Schulen auf den Tisch legen

Welche Perspektiven brauchen Kitas und Schulen nach dem 31. Januar? Darüber hat sich die FDP-Fraktion bei ihrer Klausurtagung mit Prof. Reinhard Berner ausgetauscht. Der Infektiologe und Leiter der Universitäts-Kinderklinik in Dresden hat vergangene Woche am Expertengremium der Kanzlerin teilgenommen. Er sieht eine längere Schließung von Kindergärten und Schulen über den 31. Januar hinaus kritisch. Im Nachgang des Gesprächs äußert sich die Kinder- und Jugendpolitische Sprecherin der FDP im Bayerischen Landtag Julika Sandt:

"Die bayerische Staatsregierung muss dringend einen Zwischenbericht zur Studie 'COVID Kids Bavaria' vorlegen, um über die Bildungs- und Betreuungssituation von Kindern und Jugendlichen ab Februar zu entscheiden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Schul- und Kitaschließungen über einen längeren Zeitraum zu Bildungsbenachteiligung, sozialer Vereinsamung von Kindern und Spannungen in Familien führen. Nach einer ausführlichen Abwägung zwischen dem Recht auf Bildung und dem Infektionsschutz muss die komplette Schließung immer der letzte Ausweg sein. Eine Dauerlösung ist es nicht.

Vor Weihnachten hat die Europäische Gesundheitsbehörde in einer Datenanalyse aufgezeigt, dass Schulen und Kitas beim Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie eine eher untergeordnete Rolle spielen. Eine Anfrage der FDP-Fraktion hat ergeben, dass bis Ende Oktober nur 2,7 Prozent des Infektionsgeschehens auf Kitas und Schulen zurückgingen – ein Großteil davon auf das Personal. Sollten sich diese Ergebnisse mit der 'COVID Kids Bavaria'-Studie decken, könnte man mit genügend Vorlauf und klaren Auflagen die Rückkehr der Kinder und Schüler in Kitas und Schulen vorbereiten.

Wichtig ist auch, dass die Studie 'COVID Kids Bavaria' weiterentwickelt wird: Wir brauchen dringend eine wissenschaftliche Untersuchung, welche Mutationen in welchem Umfang in Bayern kursieren und wie sie sich auf Kinder auswirken. Fakten statt Fake-News."

Der bildungspolitische Sprecher Matthias Fischbach ergänzt: "Die Staatsregierung darf nicht länger vom Bauchgefühl getrieben sein. Wenn es um die Schließung von Schulen und Kitas geht, müssen wissenschaftliche Erkenntnisse die Basis für politisches Handeln sein. Wir fordern dieses Vorgehen seit dem Frühjahr und haben das im Dezember noch einmal bekräftigt. Es ist unverständlich und vor allem fahrlässig, wie mit der Bildung unserer Kinder umgegangen wird. Wenn wir ab Februar nicht zumindest schrittweise wieder den Präsenzunterricht aufnehmen können, wird auch Söders Begründung für die Streichung der Faschingsferien vollends zur Farce."

Pressefotos von Julika Sandt finden Sie hier.

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Jens Bauszus
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