„Regensburger Freiheitsthesen zu Rechtsstaat und Religion“

Der Ruf nach einer Veränderung in der Kirche ist groß. Jahrhunderte alte Strukturen bestimmen aber immer noch das Verhältnis von Staat und Kirche – nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der gelebten Praxis. Die Missbrauchsskandale und der Umgang damit haben die Debatte um eine stärkere Trennung wieder befeuert. Die FDP-Fraktion hat in einem kirchenpolitischen Papier nun neun Freiheitsthesen aufgestellt, die diese Trennung von Kirche und Staat in den Fokus nimmt.

Matthias Fischbach und Dr. Dr. Wolfgang Rothe

Die Landtagsliberalen haben das Positionspapier gemeinsam mit Pfarrvikar Dr. Dr. Wolfgang Rothe beraten und in Regensburg vorgestellt. 

Der Parlamentarische Geschäftsführer und religionspolitische Sprecher Matthias Fischbach betont: „Die Zeit ist reif für Veränderungen. Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Innerkirchliche Reformbewegungen zeigen, dass sich die Kirche ändern muss. Auch das Verhältnis des Staats zur Kirche muss neu justiert werden. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, wenn der Staat die Bischöfe bezahlt, Kindergartenangestellte dem Kirchenarbeitsrecht unterliegen und den Kirchen ein privilegierter Einfluss auf den Rundfunk gewährt wird.

Das bayerische Konkordat von 1924 kann so nicht bleiben. Die Staatskirchenleistungen müssen abgelöst werden und der Umgang mit den Missbrauchsskandalen nicht mehr den Kirchen allein überlassen werden. Wir wollen einen gemeinsamen Dialogunterricht statt des konfessionell getrennten Religionsunterrichts an Bayerns Schulen etablieren und einen toleranteren Umgang mit religiösen Symbolen ermöglichen, als das Söders Wahlkampf-Kreuzerlass immer noch für bayerische Behörden vorgibt.“

Dazu Pfarrvikar Dr. Dr. Wolfgang Rothe: „Ich freue mich, dass sich die FDP-Fraktion dieses Themas annimmt. Die katholische Kirche braucht dringend die Unterstützung von Staat und Gesellschaft für die nötigen Reformen. Religionsfreiheit darf nicht gegen Menschen- und Freiheitsrechte ausgespielt werden.“

Hier finden Sie das Positionspapier "Regensburger Freiheitsthesen zu Rechtsstaat und Religion"