SANDT: Bürokratische Hürden abbauen, Zugang zum Arbeitsmarkt für Ukrainer erleichtern

Wie kann man ukrainischen Geflüchteten die Arbeitsaufnahme in Bayern erleichtern? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Landtags-FDP in den vergangenen Tagen intensiv. Denn viele Geflüchtete wollen möglichst schnell einen Job anfangen, um ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Dies kann unter den momentanen Voraussetzungen allerdings Monate dauern. Die Liberalen im Bayerischen Landtag haben einen Dringlichkeitsantrag mit weitreichenden Forderungen eingebracht, um hier schnell Abhilfe zu leisten.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Julika Sandt

Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine sind 3,6 Millionen Menschen geflohen. 92.000 Geflüchtete sind bereits in Bayern angekommen. Viele von ihnen wollen arbeiten und sind noch dazu gut qualifiziert. Um ihnen schnell eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten, fordern die Liberalen in einem Dringlichkeitsantrag ein One-Stop-Shop-Modell: Die Registrierung der Geflüchteten, die Anmeldung einer Wohnung, Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis sollen nach der Vorstellung der Landtags-FDP innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Auch Beruf, Ausbildungsstand und gegebenenfalls Ausbildungswünsche müssten schon bei der Registrierung erfasst werden. Die Anerkennung von Abschlüssen und ggf. Nachqualifikationen sollen berufsbegleitend möglich sein.

„Die Menschen, die zu uns kommen, sind hochmotiviert. Viele wollen am liebsten sofort ihr eigenes Geld verdienen. Wir müssen ihnen daher schnell helfen und bürokratische Hürden abbauen“, sagt Julika Sandt, arbeitspolitische Sprecherin. Die aktuellen Prozesse seien zu langsam, zu kompliziert. „Es macht mich wütend, wenn ich daran denke, dass Frauen mit ihren Kindern von Behörde zu Behörde irren müssen. Ein One-Stop-Shop-Modell würde die Behördengänge bündeln.“

Auch für Bayerns Wirtschaft wäre es ein Gewinn. Denn: „Viele Firmen wollen ukrainischen Geflüchteten helfen, indem sie ihnen einen Job anbieten. Das ist momentan allerdings nicht so schnell möglich und schon gar nicht einfach. Die Anerkennung der Ausbildung ukrainischer Fachkräfte dauert mitunter mehrere Wochen, gar Monate. Zeit, in der sie schon längst arbeiten könnten. Unser Vorschlag: Die Anerkennung der Berufsqualifikation muss parallel zur immer üblichen Einarbeitungszeit erfolgen. Der Arbeitswille der Geflüchteten ist groß. Das kommt auch uns zugute“, ergänzt Albert Duin, wirtschaftspolitischer Sprecher.

Bereits zwei Wochen nach Kriegsbeginn forderte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Julika Sandt die bayerische Staatsregierung  zu mehr Engagement und unbürokratischer Hilfe auf. In einer solchen Ausnahmesituation sei proaktives und pragmatisches Handeln gefragt, antwortete Sandt auf eine Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder. (fr)

Hier finden Sie

den Dringlichkeitsantrag  „Erwerbstätigkeit für ukrainische Geflüchtete schneller ermöglichen“

den Dringlichkeitsantrag "Vertriebene aus der Ukraine in Bayern willkommen heißen!"

 

Die Rede von Julika Sandt am 30. März 2022

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Die Rede von Julika Sandt zur Regierungserklärung:

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