Vorbild Österreich: FDP-Fraktion fordert sofortige Öffnung von Bars, Clubs und Diskotheken

Seit dem ersten Lockdown im März 2020 sind Bars, Clubs und Diskotheken in Bayern geschlossen. Die Vergnügungsbranche war eine der ersten, die dichtmachen musste – und sie dürfte zu den letzten gehören, die wieder öffnen dürfen. Das bayerische Kabinett verlängerte diese Woche die geltenden Corona-Regeln bis zum 28. Juli. Lediglich die Sperrzeit der Gastronomie wurde um eine Stunde verkürzt. "Die bayerische Staatsregierung schert sich einen feuchten Dreck um die Club-Szene", schimpft der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Albert Duin.

Ab dem 1. Juli dürfen in Österreich Bars, Clubs und Diskotheken bei einer maximalen Auslastung von 75 Prozent wieder öffnen, vorausgesetzt die Gäste sind geimpft, getestet oder genesen.

Ab dem 1. Juli dürfen in Österreich Bars, Clubs und Diskotheken bei einer maximalen Auslastung von 75 Prozent wieder öffnen, vorausgesetzt die Gäste sind geimpft, getestet oder genesen.

Angesichts der sinkenden Inzidenzwerte und dem sehr guten Vorankommen bei den Impfungen hatte sich die die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag im Juni mehrfach für die sofortige Öffnung von Bars, Clubs und Diskotheken stark gemacht. Leider vergeblich.

Wirtschaftsexperte Duin hat für die Blockadehaltung der Staatsregierung kein Verständnis. "Lasst die Leute auch bei uns endlich wieder auf die Tanzflächen und an die Bars! Dank ausgeklügelter Sicherheits- und Hygienevorkehrungen ist die Nachtgastronomie nicht gefährlicher als eine vollbesetzte Sporthalle oder eine private Feier. Für Geimpfte, Genesene und Getestete ist ein sicherer, verantwortbarer Betrieb bedenkenlos möglich. Man muss ja auch nicht gleich jede Tanzfläche rappelvoll machen. Aber unterm Strich brauchen wir mehr Eigenverantwortung – und endlich wieder Mut zum Leben!"

Duin empfiehlt der Staatsregierung, sich am Vorgehen Österreichs ein Beispiel zu nehmen. In der Nachbarrepublik dürfen ab dem 1. Juli Bars, Clubs und Diskotheken bei einer maximalen Auslastung von 75 Prozent wieder öffnen, vorausgesetzt die Gäste sind geimpft, getestet oder genesen. "Das ist vernünftig. Warum geht das nicht auch bei uns?  Warum haben wir in Bayern noch alles zu? Es kann doch nicht sein, dass jetzt die Nachtschwärmer zum Feiern nach Österreich fahren müssen, weil die Nachtszene von der bayerischen Staatsregierung ignoriert wird!"

Ohnehin verspricht sich Duin von der Öffnung der Club-Szene mehr Sicherheit. "Die Erfahrungen der vergangenen Wochen haben doch gezeigt, dass es die Menschen nach dem langen Corona-Winter der Einsamkeit zum Feiern nach draußen treibt. Dabei muss es zwar nicht gleich zu Menschenansammlungen oder gar Ausschreitungen wie zuletzt in Augsburg kommen. Doch Abstand, Kontrolle und Kontaktnachverfolgung werden auf offener Straße oder in einem Park nun mal nicht großgeschrieben", betont Duin. Zudem lauerten dort viele Gefahren jenseits von Corona – wie Drogen, Alkohol bei Minderjährigen, sexuelle Belästigungen oder eben Schlägereien. Hier böten Bars, Clubs und Diskotheken aufgrund ihres geschulten Personals deutlich mehr Sicherheit.

Duins Fazit: "Das kontrollierte Feiern im Nachtleben sollten die Profis bei uns in Bayern organisieren. Sie kämpfen ohnehin mehr denn je ums Überleben, und brauchen daher endlich Perspektiven und Planungssicherheit." (jbz)