Weltgesundheitstag: FDP-Fraktion fordert Digitalisierungsschub für das Gesundheitswesen

Am 7. April ist Weltgesundheitstag, der an die Gründung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1948 erinnert. In diesem Jahr steht der Weltgesundheitstag unter dem Motto "eine gerechtere, gesündere Welt schaffen" – und völlig im Schatten der Corona-Pandemie. Für die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag ist klar: Solange für breite Teile der Bevölkerung noch kein Impfstoff verfügbar ist, muss man Wege finden, mit dem Virus zu leben.

Nach Ansicht der Landtagsliberalen gilt es, insbesondere Risikogruppen zu schützen und eine Überforderung des Gesundheitssystems zu verhindern. Abstand, Hygiene und Masken sowie die Belüftung geschlossener Räume sind für den Infektionsschutz entscheidend. Bei der Beurteilung der Lage sollten neben den Infektionszahlen auch Kriterien wie die Anzahl schwerer Verläufe, intensivmedizinische Kapazitäten und die Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten berücksichtigt werden. "Statt willkürlicher Einschränkungen brauchen wir endlich eine evidenzbasierte Corona-Strategie. Ein Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie sollten wir uns nicht mehr von Bauchgefühlen, sondern von Daten und Fakten leiten lassen", mahnt der gesundheitspolitische Sprecher Dr. Dominik Spitzer.

Spitzer fordert zudem mehr Tempo beim Testen und Impfen. Nur dann sei auch mehr Tempo bei der Rückkehr zur Normalität möglich: "Impfungen sind das effektivste Mittel im Kampf gegen die Pandemie. Deswegen müssen alle verfügbaren Vakzine schnellstmöglich verimpft werden – unabhängig von Feiertagen und Wochenenden." Die Bürokratie müsse auf das Maß anderer Impfungen reduziert werden, fordert der niedergelassene Hausarzt aus Kempten. Denn: "Wir Hausärzte wollen impfen, nicht dokumentieren!"

"Auch Prozesse und Abläufe gilt es zu digitalisieren"

Für Spitzer liegt der Schlüssel zum WHO-Ziel einer "gerechteren und gesünderen Welt" auch in der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die Pandemie habe hier die Schwachstellen schonungslos offengelegt: Viele Gesundheitsämter hantieren noch mit Excel-Tabellen oder eigenen Software-Programmen, die Kommunikation verläuft oft nur per Fax – und die Corona-Warn-App zur Kontaktnachverfolgung ist alles andere als effektiv.

Die FDP-Fraktion fordert daher auch zur besseren Bekämpfung der Pandemie einen Digitalisierungsschub für Gesundheit und Pflege. "Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Ambulanzen und Gesundheitsämter benötigen die notwendige Infrastruktur mit Internetzugang und Endgeräten. Auch Prozesse und Abläufe gilt es zu digitalisieren", betont Spitzer, der zudem auf Dienstleistungen wie die Telemedizin pocht. Diese helfen, das Gesundheitssystem effizienter und sicherer zu gestalten. Verordnungen von Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln sowie Krankschreibungen sollten grundsätzlich auch ohne persönlichen Erstkontakt möglich sein. Durch sogenannte E-Health-Systeme, die Daten sammeln und nutzbar machen, können Synergieeffekte genutzt werden. Im Notfall kann medizinisches Personal schnell auf relevante Informationen zugreifen. "Jede Minute kann Leben retten", so Spitzer. "Natürlich ist der Schutz der Daten oberstes Gebot. Daher muss jeder Bürger selbst entscheiden, wer, wann wie lange Zugriff auf seine Daten haben darf."

Ein weiterer Vorteil eines digitalen Gesundheitswesens liegt im Bürokratieabbau: Diagnostik-, Dokumentation- und Abstimmungsprozesse würden entschlackt, neue Möglichkeiten bei der Erforschung von Krankheiten würden sich auftun. "Aber keine noch so smarte technische Verbesserung kann und darf den persönlichen Kontakt von Arzt und Patient ersetzen", stellt Spitzer klar. Um die steigende Anzahl von Pflegebedürftigen menschenwürdig zu versorgen, muss daher der Fachkräftemangel angegangen und die Versorgung in allen Teilen Bayern gewährleistet werden.

Die Corona-Initiativen der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag